03. Dezember 2018 ++++ Rike eine engagierte Notärztin, eine starke Frau, segelt von Gibraltar nach Isla Ascensión, inmitten des Südatlantiks, nicht mehr Europa, nicht mehr Südamerika, nicht mehr Afrika. Nur noch mitten im Meer.

Sie trotzt den Stürmen, genießt das Alleinsein, sie bewundert die unendliche Weite. Wie auf dem Nichts trifft sie auf ein Schiff, einen manövrierunfähigen alten, verrotteten Fishtrawler, voller schreiender und verzweifelt winkender Menschen. Ein Flüchtlingsschiff. Rike informiert über Funk die Küstenwache, ruft in der Nähe befindliche Frachtschiffe – aber außer Ausflüchten oder gar direkter Ablehnung will ihr niemand helfen.  Sie sitzt in einer Falle.  Ein afrikanischer Junge springt über Bord, schwimmt dem Tode nahe hinüber zu ihr. Sie rettet ihn.

Styx, der griechischen Mythologie entnommen, ist der Fluss die Grenze zwischen der Welt der Toten und der Lebenden.  Rikes 12-Meter-Segelyacht, ihr Standort im Atlantik ist nun Styx. Sie sitzt in der Falle zwischen ihrem Anspruch als Notärztin zu helfen, der Gewissheit, dass ihre Segelyacht die Menschen nicht aufnehmen kann und der Mahnung  der Küstenwache nicht zu helfen.

Ist der Film anfangs eine gut gemachte Meeresgeschichte, wird daraus gekonnt durch Drehbuch und Regie eine bedrückende und spannende Flüchtlingsgeschichte.  Dicht und unaufgeregt erzählt wird die Spannung fast unerträglich. Alles – was immer Rike auch tut – es scheint immer falsch und immer aussichtlos. Wie eine große Welle, gegen die sie sich nicht wehren kann.

Ein sehr guter Film, der es schafft dieses aktuelle Thema in einen erzählenden Rahmen zu bringen.  Und der mich lange nach dem Verlassen des Kinos nicht loslässt.

Meine Bewertung: Drei Sterne

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Schauspielerische Leistung

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Regie / Drehbuch

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Die erzählte Geschichte

WolfESchneider Wolf E. Schneider