Erschütternd, herzergreifend, grausam, atemberaubend. Es fällt schwer sich von diesem Film zu entfernen. Tief brennen sich die Bilder von Ungerechtigkeit, Ausweglosigkeit, Hoffnungslosigkeit ein.

Der zwölfjährige Zaid verklagt seine Eltern, weil sie ihn auf die Welt gebracht haben. Weil sie seine elfjährige Schwester gegen Zahlung von zwei Hühnern verkaufen und mit einem älteren Mann verheiraten. Als das Mädchen an den sexuellen monatelangen Qualen durch ihren Ehemannes stirbt, sticht Zaid mit dem Messer auf ihn ein. Zaid muss ins Gefängnis.

Beeindruckt haben mich, wie Regisseurin Nadine Labaki zwei völlig unterschiedliche Mütterbilder zeigt. Die eine, das “Monster” wie Zaid seine leibliche Mutter bezeichnet, lieblos, brutal, selbstsüchtig, unehrlich. Dagegen Rahil, geflohen aus Äthiopien, liebevoll, mutig, entschlossen. Beide Frauen sind illegal im Libanon, beide sind gleich arm, beide werden ausgebeutet und beide haben keine Hoffnung. Aber wie unterschiedlich beide damit umgehen.
Zaids brutaler Vater, faul, Alkohol trinkend auf dem Sofa liegend verbringt er seine Tage, schickt seine große Kinderschar auf die Straße, damit sie dort mit dem Verkauf von Säften Geld nach Hause bringen. Für ihn sind Kinder nur eine Last, er wollte sie haben, damit sie ihn versorgen.

Ich wartete darauf, dass der Film endet. Es tat zu weh ihn zu sehen. Und doch machte der Schluss etwas Hoffnung.

Ein außergewöhnlicher Film, Großartig. Man muss ihn sehen.

Meine Bewertung: Drei Sterne

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Schauspielerische Leistung

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Regie / Drehbuch

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Die erzählte Geschichte

WolfESchneider Wolf E. Schneider

Quelle Fotos: Yorcker

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