So ein ärgerlicher, schlechter Film. Die wichtige Geschichte des Kampfes einer Ökoaktivistin auf Island wird völlig ins Lächerliche gezogen. Die ständigen Einblendungen eines furchtbaren Musikantentrios und drei in Trachten verkleideten Sängerinnen sollten wohl ein irgendwie intelligent wirkender Effekt der Verfremdung sein. Statt dessen aber, wirkt das Thema dadurch völlig banal. Auffällig, dass viele Kinobesucher tatsächlich lachen, alles witzig, albern finden. Und das bei einem Film über die politische Verquickung von Interessen chinesischer Investoren, Polizeigewalt, Zerstörung der Umwelt, schmelzenden Gletschern. Typisch auch für die völlige Entgleisung des Regisseurs ist die Schlussszene. Die Ökoaktivistin reist in die Ukraine um einen kleinen Waisenkind zu helfen. Der Bus bleibt stecken auf einer völlig überfluteten Straße, das Wasser steigt, die Umwelt versinkt. Es hätte ein großartiger Schluss sein können, stiegen dann nicht alle Businsassen ins Wasser, wateten durch die Fluten – und werden, wie bei einer Prozession, begleitet von der grauenhaften Musik der Gruppe und dem schrägen Gesang der Sängerinnen.

“Gegen den Strom” hätte ein echter Öko-Thriller werden können. So aber ist er nur ärgerlich und auf keinen Fall empfehlenswert.

– Schauspielerische Leistung
– Regie / Drehbuch
– Die erzählte Geschichte

WolfESchneider Wolf E. Schneider