Fiona Maye – von Emma Thompson großartig verkörpert – ist eine Londoner Familienrichterin. Besonnen, ernsthaft und souverän entscheidet sie ihre Fälle. Die Regie führt ruhig und unaufgeregt durch das hervorragende Drehbuch. Ian McEwan, Autor des gleichnamigen Romans, schrieb es selber.
Durch eine Ehekrise aus der Bahn geworfen hat Fiona Maye zeitgleich einen sehr komplizierten Fall zu entscheiden. Der an  Leukämie erkrankte 17-jährige Adam droht zu sterben, wenn er keine Bluttransfusion bekäme. Seine Eltern, tiefgläubige Zeugen Jehovas, lehnen das ebenso ab, wie Adam selbst.  Mit voller Überzeugung entscheidet sie sich zu einem ungewöhnlichen Schritt: Sie besucht Adam im Hospital. Adam ist fasziniert von der emphatischen und würdevollen Richterin.
Richterin Fiona Maye entscheidet – so wie es das britische Recht vorgibt – die Bluttransfusion an dem noch minderjährigen Adam vornehmen zu lassen. Adam überlebt, aber seine emotionale Beziehung zur Richterin wird kompliziert.
Kindeswohl3
Der Film ist Erzählkino auf höchstem Niveau und nähert sich mit großem Einfühlungsvermögen diesem gesellschaftlichen Konfliktthema, wie Kindeswohl zwischen Religion und Justiz einzuordnen ist.
Ein brillanter Film, unbedingt empfehlenswert.

Meine Bewertung: Drei Sterne

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Schauspielerische Leistung

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Regie / Drehbuch

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Die erzählte Geschichte

 

WolfESchneider Wolf E. Schneider